06.06.2008 - Fliegende Bäume
Im Gartenbereich links von den Eingangstreppen musste endlich was gemacht werden. Jedes Mal erzählte uns Juan, der unseren Garten so begnadet auf Vordermann gebracht hatte, dass auf es in dem Bereich viel zu dunkel ist.
Beim letzten Gespräch machte er uns klar, dass wahrscheinlich unsere Palme eingehen würde, da ihr der “Pfefferbaum” (http://de.wikipedia.org/wiki/Peruanischer_Pfefferbaum) kaum noch Platz und Licht lassen würde.
Unsere Palme stand einst in dem kleinen Blumenbeet am Pool und hatte eigentlich keine Chance zu überleben, da sie nicht genügend Erde hatte, um wirklich wachsen zu können. Einer mutigen Rettungsaktion von Roger, den “Hagels”, Thomas und Wolfgang war es zu verdanken, dass es die Palme noch immer gibt - das war so vor 9 Jahren. Die tapferen Retter hatten das doch schon grosse Pälmchen ausgegraben und trugen das schwere Ding auf einer Leiter durch die Küche auf die andere Seite des Gartens.
Es war also für uns klar, dass der Pfefferbaum weg muss. Er ist zwar schön und gross, aber macht auch eine gewaltige Sauerei. Als wir Palme damals retteten, machte sich Andreas (=der Hagel) auch mit einer einfachen Säge bewaffnet über den Pfefferbaum her, um diesen etwas einzubremsen. Am Ende hatten wir ihn dann fast ganz abgesägt, ließen ihn aber in den letzten 10 Jahren wieder wachsen.
Beim Gespräch mit Juan hatten wir auch - eigentlich zur Zufall - herausgefunden, dass unsere schnuckelige Dattelpalme bei Gärtnern nicht so beliebt ist, da man sich ganz gehörig daran verletzten kann.
Die Blätter sind relativ spitzig und es kann zu bösen Entzündungen kommen, wenn man sich so ein Blattspitze in die Haut rammt (die Spitze bricht dabei meist ab und bleibt kaum sichtbar in der Haut - bis es dann anfängt zu eitern).
Da unsere Jung-Forscher auch in diesem Gelände oft unterwegs sind, war klar, dass auch diese Palme raus musste.
Juan organisierte einen Laster mit ausfahrbarem Kran, der die Dattelpalme und den Pfefferbaum ganz einfach rausziehen und auf den Laster hieven sollte.
Die Dattelpalme schwebte dann auch kurze Zeit später gehorsam auf den Laster.
Dann kam die Aktion Pfefferbaum. Dieser weigerte sich eine ganze Zeit lang. Es hatte ungeheuer dicke Wurzeln und Juan war eine ganze Zeit mit der Kettensäge am Gange, bis sich der Baum bewegen ließ.
Wenn wir unseren Garten jetzt so ansehen, dann ist das kein Vergleich zu damals. Jetzt ist alles wunderbar grün und alles blüht hervorragen (zuvor hatten wir braunes Gras und viele, viele stachelige Kletten).
Der Pfefferbaum war immer noch hartnäckig - es wollte nicht umziehen (Juan wollte versuchen, ihn in seinem Garten einzupflanzen). Also wurde beschlossen, den Baum mit Hilfe des Krans loszuwackeln. Dies wurde immer wieder von Kettensägen-Arbeiten unterbrochen, wenn neue, starke Wurzeln entdeckt wurden.
Doch dann war es endlich soweit - ein fliegender Baum machte sich langsam und vorsichtig auf den Weg zum Laster. Er flog ganz langsam über unseren Gastank und wurde mehrfach rauf- und runtergelassen, um an den Stromleitungen vorbeizukommen.
Juan und seine Mannschaft hat dann die Löcher noch aufgefüllt und neues Gras gesät und jetzt konnten wir den Regen gut gebrauchen. Zum einen, dass dann die Dattelpalme und der Pfefferbaum in ihrem neuen Zuhause bei Juan gut anwachsen können und auch dass unser neuer Rasen schnell wächst.